Gottes Bewahrung der Sunna (teil 4 von 7): Die Erhaltung des Isnad

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29 2019/07/08 -0001/11/30
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In Bezug darauf, dass Überlieferer gezwungen waren, ihren Zuhörern ihreIsnadsmitzuteilen, sagte Fullaatah, dass Abu Bakr, der erste Khalif, der nur zwei Jahre nach dem Propheten verstarb, der erste war, der die Überlieferer anwies, die Authenzität ihrer Berichte zu beweisen, denn er akzeptierte einen Hadith erst, wenn die Person einen Zeugen für ihren Hadith vorbrachte. Umar verfuhr ebenso. Indem sie dies taten, machten sie deutlich, ob sie den Hadith direkt vom Gesandten Gottes oder durch irgendeine andere Quelle bekommen haben. Ihr Ziel bestand darin, die Richtigkeit der Überlieferung zu bestätigen, auch wenn sie zur gleichen Zeit unabsichtlich den Überlieferer denIsnadfür seinen Hadith angeben ließen. Daher war es während ihrer Zeit (kurz nach dem Tod des Propheten), dass die Überlieferer als erstes gezwungen waren, ihreIsnadsanzugeben. Ali, der vierte Khalif und der Khalif während derFitnah(Heimsuchung), nahm von der Person einen Eid ab, in dem die Person schwören sollte, dass sie den Hadith direkt vom Propheten gehört habe. Offensichtlich ging nach derFitnahderselbe Prozess, der es erforderte, dass der Überlieferer seine Quellen angab, weiter.[1]

In Bezug darauf, wann der Überlieferer selbst darauf bestand, denIsnadeines jeden Hadith zu erwähnen, stellt Fullaatah fest, dass der Bedarf an demIsnadwirklich offensichtlich wurde, nachdem schwache Überlieferer und unmoralische Menschen begonnen hatten, Hadithe zu berichten. Zu jener Zeit war der Überlieferer selbst darauf bedacht, denIsnaddes Hadith, den er berichtete, zu erwähnen. Al-Amash pflegte Hadith zu berichten und dann zu sagen: „Hier ist der Kopf der Angelegenheit”, und dann erwähnte er denIsnad. Al-Walied ibn Muslim von al-Schaam sagte: “Eines Tages sagte al-Zuhri: ‘Was ist mit euch [mit euch Menschen], dass ich euch Hadithe berichten sehe, ohne den kritischen oder wichtigen Teil?’ Nach diesem Tag haben unsere Gefährten [d.h. die Leute von asch-Scham (Nord-Arabien) ] sich vergewissert, dass sie denIsnaderwähnten.”[2]Die Gelehrten tadelten ihre Schüler dafür, Hadithe von Lehrern zu hören, die die Hadithe ohneIsnaderwähnten.[3]In der Tat wiesen sie alle Hadithe zurück, die keinenIsnadhatten. Bahz ibn Asad sagte: “Akzeptiert keinen Hadith von jemandem, der nicht sagt: ‘Er berichtete uns...“ das bedeutet ohneIsnad. Die Muslime begannen sogar, auf die Verwendung desIsnadsfür andere Disziplinen als der des Hadith zu bestehen, zum Beispiel Geschichte, Tafsier (Erklärung) des Qur´an), Dichtung und so weiter.

Aus diesem Grund kam Fullaatha, nachdem er die Frage in allen Einzelheiten diskutiert hatte, zu folgendem Schluss:

1. DerIsnadwurde zuerst während der Zeit der Gefährten verwendet.

2. Abu Bakr war der erste, der die Überlieferer zwang, die Quelle ihrer Hadithe zu erwähnen.

3. Der Überlieferer selbst bestand darauf, denIsnadeines jeden Hadith zu erwähnen, dicht gefolgt von (1) und (2) oben.[4]

Hieraus können wir den Schluss ziehen, dass es niemals eine Zeit gegeben hatte, in der die Hadithberichte völlig frei von der Erwähnung desIsnadsberichtet worden wären. Während der Zeit der Gefährten war der Gebrauch desIsnadsnicht so offensichtlich, denn es hatte (normalerweise) keinen Übermittler zwischen der Person, die den Hadith berichtete und dem Propheten gegeben. (Die Periode der Gefährten endete „offiziell“ 110 AH mit dem Tod des letzten Gefährten.) Abu Bakr und Umar waren gnadenlos bei der Überprüfung der Authenzität der Hadithe. Spätere Gelehrten wie asch-Schabi und al-Zuhri tauchten auf, und sie veranlassten die Muslime, sich der Wichtigkeit, denIsnadzu erwähnen, bewusst zu werden. Dies war besonders nach den großen Konfrontationen (wie dem Tod Uthmans) offenkundig, welche die Menschen realisieren ließ, dass die Hadithberichte ihre Religion sind und daher sollten sie sorgfältig nachsehen, von wem sie ihre Religion nehmen. Nach den frühen Jahren wurden derIsnadund sein richtiger Gebrauch zum Standard und das Wissen darüber wurde zu einem unabhängigen Bereich des Hadith. Dies ging so weiter bis die Hauptsammlungen des Hadith im dritten Jahrhundert zusammengestellt wurden.[5]

Gott hat die Gemeinschaft von Muhammad tatsächlich mit einer einzigartigen Art ihre ursprünglichen Lehren zu bewahren, gesegnet: demIsnad.Muhammad ibn Haatim ibn al-Mudhaffar schrieb:

“Fürwahr, Gott hat mit der Verwendung desIsnadsdiese Gemeinschaft geehrt und deutlich von anderen unterschieden und abgehoben. Keine der früheren oder gegenwärtigen Gesellschaften besitzen ungebrocheneIsnads.Sie haben [alte] Schriften in ihrem Besitz, aber ihre Bücher sind mit ihren historischen Berichten vermischt worden und sie sind nicht in der Lage, zu unterscheiden, was ihnen ursprünglich als Thora oder Evangelium offenbart worden war und was später an Berichten hinzugefügt worden ist, die sie von nicht vertrauenswürdigen [oder noch wahrscheinlicher: unbekannten] Leuten aufgenommen haben.”[6]

FOOTNOTES:



[1]Fullaatah, vol. 2, pp. 20-22.

[2]Zitiert bei Fullaatah, vol. 2, S. 28.

[3]Ibid. vol. 2, S. 28-29. Siehe die Geschichten von al-Zuhri, Abdullah ibn al-Mubaarak und Sufyaan al-Thauri auf diesen Seiten.

[4]Fullaatah, vol. 2, S. 30.

[5]In der Tat ging die Tradition, Hadith mit ihrenIsnadzu berichten weiter bis zum fünften Jahrhundert. Nach dieser Zeit wurden Bücher weiter gereicht, meistens mitIjaaza(Erlaubnis für andere, jemandes Buch oder Hadithe zu berichten) obwohl es heutzutage immer noch Gelehrte gibt, die einen Hadith mit einer vollständigen Kette von sich selbst bis zum Propheten zurück aufzählen können. Cf., Khaldoon al-Ahdab,Asbaab Ikhtilaaf al-Muhadeetheen(Jeddah: al-Dar al-Saudiya, 1985), vol. 2, S. 707.

[6]Zitiert in Abdul Wahaab Abdul Lateef,Al-Mukhtasar fi Ilm Rijaal al-Athar(Dar al-Kutub al-Hadeethiya, no date), S. 18.