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Bittgebet im letzten Drittel der Nacht.

12163 2020/04/12
Bittgebet im letzten Drittel der Nacht.

Das Bittgebet am Ende der Nacht gehört zu den eindringlich empfohlenen Sunan. Doch wenn jemand am Ende der Nacht den Qunūt gesprochen hat, wäre das ausreichend für ihn. Hat er jedoch den Qunūt nicht gesprochen, so ist es Sunnah, das Bittgebet am Ende der Nacht zu sprechen, denn in dieser Zeit steigt Allāh der Allmächtige zum Himmel dieser Welt in einer Weise herab, die – frei von jeglichem Makel und jeglicher Ähnlichkeit mit den Geschöpfen – Seiner Majestät entspricht und das Bittgebet wird angenommen.

Es wurde im Ṣaḥīḥayn von Abū Hurayrah, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, überliefert, dass der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Unser Herr der Segensreiche und Erhabene steigt jede Nacht zum Himmel dieser Welt herab und sagt im letzten Drittel der Nacht: ‚Wer bittet Mich, damit Ich ihm antworte? Wer fragt Mich, auf dass Ich ihm gebe? Wer verlangt Meine Vergebung, so dass Ich ihm vergebe?“

(Al-Buḫāriyy, Nr. 1145; Muslim, Nr. 758).

k) Es ist Sunnah, dreimal Folgendes zu sagen, nachdem man den Friedensgruß beim Witr entboten hat: (سبحان الملك القدُّوس) »Subḥāna-l-Maliki-l-Quddūs: Frei von jeglichem Makel ist der König, der Heilige.« Beim dritten Mal erhebt man die Stimme.

Folgender Ḥadīṯ weist darauf hin:

Ubayy Bin Kaʿb, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, sagte:

„Der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, rezitierte »Sabbihi-smi Rabbika-l-Aʿlā« in der ersten Rak’ah des Witr, in der zweiten »Qul yā ayyuha-l-Kāfirūn« und in der dritten ‚Qul huwa-llāhu aḥad‘. Wenn er den Taslīm sprach, sagte er: (سبحان الملك القدُّوس) »Subḥāna-l-Maliki-l-Quddūs«, dreimal.“

(An-Nasāʾī, Nr. 1702).

An-Nawawiyy und Al-Albāniyy befanden den Ḥadīṯ für authentisch. Im Ḥadīṯ von ʿAbdu-r-Rahmān Bin Abzā, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, wird außerdem Folgendes erwähnt:

„Er erhob seine Stimme beim dritten Mal, als er sagte: (سبحان الملك القدُّوس) »Subḥāna-l-Maliki-l-Quddūs.«“

(Aḥmad, Nr. 15354; An-Nasāʾī, Nr. 1734). Al-Albāniyy befand ihn für authentisch. (s. Taḥqīqu-l-Miškāti-l-Maṣābīḥ, 1/398).

l) Die Familienmitglieder zum freiwilligen Nachtgebet wecken.

Es ist sowohl für den Mann als auch für die Frau Sunnah, die Familienmitglieder zum freiwilligen Nachtgebet aufzuwecken. Dabei handelt es sich um eine schöne Form des Miteinanders, um das Gute zu fördern.

Der folgende Ḥadīṯ bestätigt dies:

ʿĀ’išah, Allāhs Wohlgefallen auf ihr, sagte:

„Der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, pflegte nachts zu beten, während ich quer zwischen ihm und der Qiblah lag. Wenn er vorhatte, das Witr-Gebet zu verrichten, weckte er mich auf und ich verrichtete das Witr-Gebet.“

(Al-Buḫāriyy, Nr. 512; Muslim, Nr. 512).

Außerdem erzählte Umm Salamah, Allāhs Wohlgefallen auf ihr, dass der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, einst aufwachte und sagte:

„Subḥān Allāh! Wie viele Reichtümer wurden heute Nacht herabgesandt, und wie viele Versuchungen kamen heute Nacht herab! Gehe und wecke die Bewohner dieser Wohnstätten – damit meinte er seine Frauen – zum Gebet auf. Eine gut gekleidete Seele in dieser Welt ist vielleicht im Jenseits nackt.“

(Al-Buḫāriyy, Nr. 6218).

m) Man sollte sich beim freiwilligen Nachtgebet nicht überfordern, damit sich das nicht negativ auf die Demut im Gebet auswirkt.

Fühlt man sich müde, dann kann man im Sitzen beten.

Anas, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, sagte: „Der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, betrat die Moschee und fand ein Seil, das zwischen zwei Säulen hing. Er fragte:

‚Was ist das für ein Seil?‘ Sie sagten: ‚Dieses Seil ist für Zaynab, das sie beim rituellen Gebet benutzt. Wenn sie nachlässt oder sich müde fühlt, hält sie daran fest.‘ Daraufhin sagte der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm: ‚Bindet es los. Man bete, solange man sich frisch fühlt. Lässt man aber nach oder fühlt sich müde, setzt man sich hin.‘“

(Al-Buḫāriyy, Nr. 1150; Muslim, Nr. 784).

Fühlt man sich müde, sollte man ein Schläfchen einlegen, denn das wird einem helfen, wieder zu Kräften zu kommen, um dann weiter beten zu können.

ʿĀ’išah, Allāhs Wohlgefallen auf ihr, berichtet, dass der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Wenn sich einer von euch schläfrig fühlt, während er betet, dann sollte er sich ausruhen, bis seine Schläfrigkeit verflogen ist. Falls einer von euch betet, während er schläfrig ist, denkt er vielleicht, dass er um Vergebung bittet, während er sich selbst verflucht.“

(Al-Buḫāriyy, Nr. 212; Muslim, Nr. 786).

Dasselbe gilt auch für jemanden, der sich schläfrig fühlt, wenn er nachts den Qurˈān rezitiert. Gemäß der Sunnah sollte er sich schlafen legen, damit er wieder zu Kräften kommt.

Abū Hurayrah, Allāhs Wohlgefallen auf ihm, berichtet, dass der Gesandte Allāhs, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Wenn jemand von euch in der Nacht aufsteht, jedoch der Qurˈān auf seiner Zunge wankt, (d.h. es ihm aufgrund von Schläfrigkeit schwerfällt zu rezitieren) und er nicht weiß, was er sagt, sollte er schlafen gehen.“

(Muslim, Nr. 787).

n) Es ist Sunnah, das versäumte freiwillige Nachtgebet tagsüber in ebenbürtiger Anzahl an Gebetseinheiten nachzuholen. Wenn es demnach jemandes Angewohnheit war, den Witr mit insgesamt drei Rak’ah zu beten und er war nicht in der Lage, es aufgrund von Krankheit oder Schlaf zu verrichten, dann kann er es tagsüber mit vier Rak’ah nachholen. War es jedoch seine Gepflogenheit, nachts fünf Rak’ah zu beten, er aber es aufgrund o.g. Gründe nicht vermochte, so kann er es tagsüber mit sechs Rak’ah nachholen, usw.

ʿĀ’išah, Allāhs Wohlgefallen auf ihr, erzählte:

„Wenn der Prophet, Allāhs Segen und Frieden auf ihm, schläfrig wurde oder Schmerz empfand und das freiwillige Nachtgebet nicht verrichten konnte, betete er tagsüber zwölf Rak’ah.“

(Muslim, Nr. 746).

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