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Den Kranken besuchen (teil 1 von 2)

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1802 2014/04/15 2021/11/30

Der Islam lädt zu allem ein, das gut ist und warnt vor allem, das schlecht ist.  Zu diesen guten und rechtschaffenen Taten gehört das Besuchen der Kranken und Geprüften.  Wenn sich die Menschen bei guter Gesundheit besuchen, stärkt dies die Bande der Brüderlichkeit und der Freundschaft.  Wie ist es dann wohl, wenn sie einander in Zeiten der Krankheit oder fehlenden Gesundheit besuchen?  Das Mitgefühl, das die Muslime für einander empfinden sollten, illustrierend, sagte der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien mit ihm:


“Das Gleichnis der Gläubigen in ihrer gegenseitigen Liebe und Zuneigung ist wie das eines lebendigen Körpers: wenn ein Teil Schmerzen fühlt, dann reagiert der ganze Körper mit Schlaflosigkeit und Fieber.”[1]


Das Besuchen des Kranken ist das deutlichste Zeichen für derartige gegenseitige Liebe, Mitgefühl und Zuneigung.  Mehr noch, das Besuchen des Kranken ist eine Verpflichtung , die jeder einzelne pflichtbewusste Muslim erfüllen sollte.  Der Prophet Muhammad sagte:

 


“Die Rechte eines Muslim über einen anderen Muslim sind sechs... Wenn du ihn triffst, dann grüße ihn mit dem Salaam (d.h. zu sagen: “As-Salamu alaykum”), wenn er dich einlädt, nimm seine Einladung an, wenn er dich in einer Angelegenheit um Rat bittet, erteile ihm aufrichtigen Rat, wenn er niest und Gott preist, bitte Gott um Gnade für ihn, wenn er krank ist, besuche ihn und wenn er verstirbt, begleite ihn (bei seiner Beerdigung).”[2]

 

Anhand dieser prophetischen Aussage sehen wir, dass dem Muslim die Anteilnahme für seinen Bruder in drei Phasen seines weltlichen Daseins ans Herz gelegt wird: Gesundheit, Krankheit und Tod. 


Bei guter Gesundheit ist der Muslim verpflichtet, seinen Bruder im Glauben mit dem Gruß des Friedens und des Schutzes zu begrüßen, seine Einladungen anzunehmen und ihm aufrichtigen Rat zu erteilen.  


Wenn ein Muslim an einer Erkältung, einer Allergie oder etwas anderem leidet, das ihn niesen lässt, ist sein Bruder im Islam verpflichtet, Gott um Gnade für ihn zu bitten.  Ebenso wenn die Krankheit des Muslim diesen behindert, ist sein Bruder im Islam verpflichtet, ihn zu besuchen. 


Wenn ein Muslim schließlich stirbt, ist sein Bruder im Glauben verpflichtet, seine Beerdigungszug, dem Gebet und dem Begräbnis beizuwohnen. 


Die großartige Belohnung, die den erwartet, der den Kranken besucht, wurde durch den Propheten erläutert, als er sagte:


“Ein Muslim, der seinen kranken Bruder besucht, wird das Paradies ernten, bis er oder sie nach Hause zurückkehrt.”[3]


Und Gottes Gesandter der Gnade, Muhamad, sagte auch:


“Ein Besucher, der geht, um eine kranke Person zu besuchen, watet in der Barmherzigkeit Gottes.  Wenn der Besucher mit dem Kranken sitzt, werden sie in die Barmherzigkeit versunken sein, bis er oder sie zurückkehrt. ”[4]

G

ott Selbst erläuterte die Wichtigkeit und die Großartigkeit des Lohnes für den Krankenbesuch.  Der Prophet sagte:


“Am Tag der Wiedererweckung wird Gott der Allmächtige und Majestätische sagen: ´O Kind Adams, Ich war krank und du hast Mich nicht besucht!´  Die Person wird sagen: ´O Herr, wie könnte ich Dich besuchen und Du bist der Herr von alle, das existiert!´  Gott wird sagen: ´Wusstest du nicht, dass Mein Diener so-und-so krank gewesen war und du hast ihn nicht besucht?  Wusstest du nicht, dass wenn du ihn besucht hättest, so hättest du ich bei ihm gefunden?’” (Sahieh Muslim)


Wie bei jeder anderen rechtschaffenen Tat führte der Prophet Muhammad durch sein Beispiel.  Er opferte seine Zeit und machte persönlich Krankenbesuche, und er erkundigte sich durch andere nach ihnen. 


In Mekka beispielsweise gab es eine Frau von den Götzendienern, die immer Schmutz und Müll nach dem Propheten warf, wenn er an an ihrem Haus vorbei ging.  Eines Tages besorgte ihn die offensichtliche Abwesenheit der Täterin so, dass er sich nach ihr erkundigte.  Als er von ihrer Krankheit erfuhr, besuchte er sie.  Sie war so überrascht von seiner besorgten Anteilnahme, dass sie den Islam annahm. 

 


Wehre (das Böse) in bester Art ab, und siehe da, der, zwischen dem und dir Feindschaft herrschte, wird wie ein treuer Freund sein.(Quran 41:34)


Der gelehrte Gefährte Anas b. Malik berichtete auch folgenden Vorfall aus dem Leben des letzten Propheten der Menschheit:


“Ein jüdischer Junge, der de Propheten gewöhnlich diente, wurde krank, da sagte der Prophet: ‘Lasst uns ihn besuchen gehen.’  Sie (der Prophet und seine glorreichen Gefährten) gingen, um ihn zu besuchen und fanden seinen Vater an seinem Kopfende sitzend vor.  Der Gesandte Gottes sagte: ‘Bekenne, dass es keine wahre Gottheit gibt, die Anbetungswürdig ist, außer Gott Allein und ich werde für dich am Tag der Wiedererweckung Fürsprache für dich halten.’  Der Junge blickte seinen Vater an und der Vater sagte: ‘Gehorche Abul-Qasim (Muhammad)!’  Da sagte der Junge: ‘Es gibt keine wahre Gottheit, die Anbetungswürdig ist, außer Gott Allein, und Muhammad ist der letzte Gesandte.’  Da sagte der Gesandte Gottes: ‘Gepriesen sei Gott, Der ihn vor dem Feuer der Hölle gerettet hat.’”[5]


Anhand dieser beiden Beispiele aus dem Leben des Propheten können wir erkennen, dass es keine Voraussetzung für den Besuch ist, dass der Kranke ein Muslim sein muss.  Außerdem sehen wir, dass die Tat, Kranke und Leidende zu besuchen, sehr rührend und ergreifend sein kann, so dass sie sogar die schicksalhafteste Krankheit zu heilen vermag: den Unglauben.

 


„Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt (Quran 33:21)



Footnotes:

[1] Sahieh Muslim.

[2] Berichtet von Abu Hurayra in Sahieh Bukhari.

[3] Saheeh Muslim.

[4] Imam Ahmad and Ibn Hibban.

[5] Ibn Hibban.

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