DIE ERSTE AUSWANDERUNG (TEIL 1 VON 2): VERBUNDEN DURCH IHRE LIEBE ZU JESUS

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126 2018/12/18 -0001/11/30
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Äthiopien ist ein kleines Land, über das die meisten von uns nur wenig wissen.  Du magst den Namen kennen, doch weißt du auch, dass es eines der Länder ist, das in der Region Horn von Afrika liegt?  Es ist das afrikanische Land mit der zweitdichtesten Bevölkerung, und leidet regelmäßig an großer Hungersnot. Die Region, die wir heute Äthiopien nennen, war einst als Abessinien bekannt.  Sie war zuvor ebenso bekannt als Königreich von Aksum, von Mani (216–276 vChr.) als eine der vier großen Mächte seiner Zeit benannt, gemeinsam mit Persien, Rom und China.  Aksum blieb bis zum Aufstieg des Islam im 7. Jahrhundert ein starkes Reich und eine Handeslmacht.  Allerdings im Gegensatz zu den Beziehungen zwischen den islamischen Kräften und dem christlichen Europa, hatte Aksum ein gutes Verhältnis zu seinen islamischen Nachbarn.  Für Muslime ist Äthiopien ein Synonym für Freisein von Verfolgung und Angst. 

 

 


In der frühen Zeit des Islam sind die Muslime durch die herrschenden Familien von Mekka verfolgt und gequält worden.  Es gab sogar Vorfälle, wo Menschen Mitglieder ihrer eigenen Familie misshandelt haben.  Unter den neuen Anhängern des Islam waren die Armen und Schwachen, die nicht in der Lage gewesen waren, die Schmerzen und den Hunger zu ertragen, der ihnen auferlegt worden war.  Um sie und ihre neu gefundene Religion zu schützen, schickte der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, ungefähr 80 Menschen, unter ihnen seine eigenen Töchter, nach Äthiopien.  Dieses Ereignis ist als die erste Hijra (Auswanderung) bekannt. 

 


Der König von Äthiopien, manchmal als Negus bekannt, und vermutlich einer der letzten Herrscher des Aksum Reiches, war als gerechter und ehrlicher Mann bekannt.  Er war ein Christ mit tiefreligiösen Überzeugungen.  Der Prophet Muhammad glaubte, dass seine Anhänger gut versorgt seien, wenn sie in ein Land auswanderten, dessen Religion das Christentum ist - eine Offenbarungsreligion, deren Prophet Jesus, der Sohn Marias gewesen ist.  Die Auswanderer machten sich mit einem Schreiben an den König auf die gefährliche Reise.  Was nun folgt ist eine Übersetzung dieses Schreibens:

Ich beginne im Namen Gottes, des Allbarmherzigen, des Gnädigen, von Muhammad, dem Gesandten Gottes an Negus Al-Asham, König von Abessinien (Äthiopien).

 


Friede sei mit dir, ich lobpreise Gott, und ich bezeuge, dass Jesus, der Sohn Maris, der Diener Gottes ist.  Er wurde auf den Befehl Gottes geschaffen und Maria, die Jungfrau, die Gute, die Reine, empfing Jesus.  Wie Gott Adam erschuf, schuf Er auch Jesus.  Ich rufe euch zu Gott, dem Einzigartigen, ohne Partner, und zu Seinem Gehorsam und dazu auf, mir zu folgen, und an das zu glauben ,was zu mir gekommen ist, denn ich bin der Gesandte Gottes.

 


Ich schicke euch meinen Kousin Jafar mit einer Gruppe Muslime, und wenn sie kommen, bitte ich dich, sie zu unterhalten und zu empfangen.  Friede sei auf allen, die der Wahren Rechtleitung folgen. 

 


Als die Herrscher von Mekka von der Auswanderung erfuhren, schickten sie rasch zwei Abgesandte an den äthiopischen Hof.  Sie befürchteten, dass wenn ein solcher Herrscher die Muslime willkommen hieß, so würde dies der neuen Religion Glaubwürdigkeit schenken und ihren Glauben legitimieren.  Sie planten, den König zu überzeugen, die Muslime wegzuschicken, indem sie ihm Geschenke machten, und indem sie Verleumdungen und Gerede über die neue Religion und die Auswanderer verbreiteten.  Doch der König war ein weiser, edler und gerechter Mann und er war darauf vorbereitet, beide Gruppen zu treffen und anzuhören.

 


Die beiden mekkanischen Delegierten brachten ihre Anschuldigungen hervor.  Sie sagten: "Eure Majestät, ihr wisst wohl, dass eine Gruppe von Narren abtrünnig geworden sind und in eurem Land Zuflucht gesucht haben.  Sie haben nicht eure Religion angenommen, sondern ihre eigene Religion eingeführt, die keiner von uns kennt.  Wir sind Männer hohen Ranges, die ihren Vätern, Omkeln und Stämmen verbunden sind und bitten dich, uns diese Abtrünnigen zu überlassen." 

 

 


Der König fragte die Gruppe der Muslime, warum sie lieber die neue Religion gewählt haben, als an der Religion ihrer Vorväter festzuhalten oder die bekannte Religion des Christentums anzunehmen.  Jafar, der Sohn Abu Talibs und daher der Kousin des Propheten Muhammads, erhob sich, um für die Auswanderer und den Islam zu sprechen.  Er sagte:

 

O eure Majestät, wir waren ein unwissendes Volk.  Wir dienten Götzen, aßen verendete Tiere, begingen große Sünden, durchtrennten Familienbande und der Starke von uns unterdrückte den Schwachen.  So waren wir, bis Gott uns einen Propheten unter uns gesandt hat, der für seine edle Abstammung, Ehrlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und Sittsamkeit bekannt war.  Er lud uns ein, Gott Alleine zu dienen, und uns von der Anbetung der Steine und Götzen abzukehren.  Er befahl uns, nichts als die Wahrheit zu sprechen und das Anvertraute dem, dem es gebührt, zuruckzugeben.  Desweiteren befahl er uns, die Familienbande zu wahren, gut zu unseren Nachbarn zu sein und uns von den Verboten fernzuhalten.   Er befahl uns ebenfalls, keine Schändlichkeiten zu begehen, keine falsche Zeugenaussage zu machen, nicht den Besitz der Waisen zu verzehren, und ehrbaren Frauen ohne Beweis oder Zeugen nichts Unehrenhaftes zu unterstellen.Er hat uns ebenfalls befohlen, Gott Alleine anzubeten und Ihm nichts zur Seite zu stellen, und zu beten, Zakat zu geben und zu fasten.     

 

 


Daher glaubten wir ihm und an die Botschaft Gottes durch ihn.  Wir beteten Allein Gott an.  Wir lehnen ab, was wir Ihm als Seine Partner zur Seite zu stellen pflegten. Wir betrachten das als verboten, was Er uns verboten hat und wir betrachten als erlaubt, was Er uns erlaubt hat.  Allein aus diesem Grund hat uns unser Volk angegriffen und gefoltert und zwang uns von unserer Religion weg.  Sie beabsichtigen, uns zum Götzendienst zurückzubewegen, anstatt Gott zu preisen.  Sie wollen, dass wir erlaubte Taten für schlechte halten, wie wir es in der Vergangenheit taten.  Als sie uns gefoltert und eingeengt haben,und sich zwischen uns und unsere Religion gestellt haben, sind wir zu deinem Königreich aufgebrochen.  Wir haben dich ausgewählt, weil wir deinen Schutz benötigen.  Wir hoffen, du wirst uns fair behandeln, während wir bei dir sind, o König!

 

 


Der König hörte diesen Vortrag geduldig und aufmerksam an, nachdem sowohl die Mekkaner als auch die Muslime gesprochen hatten, wandte er sich Jafar zu und sagte: "Hast du irgendetwas von dem, was Gott eurem Propheten herab gesandt hat, bei dir?"  Was dann geschah, brachte den König und seine Bischöfe zum schluchzen, bis ihre Bärte von Tränen durchtränkt waren, und darüber werden wir im 2. Teil hören

 

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