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Islamische Schulbildung/Erziehung im Westen

Auther : Scheikh Muhammad Salih al–Munajjid
Under category : fatawa
1918 2013/01/21 2022/09/25

Islamische Schulbildung/Erziehung im Westen

 

Frage:

 

Wie können wir, als im Westen lebende Muslime, eine islamische Schulbildung/Erziehung für unsere Kinder beibehalten? Die grund- und weiterführende Schulbildung bis zu einem Alter von 15/16 Jahren könnte in muslimischen Schulen (welche auch sehr teuer sind) angeboten werden, für eine höhere Bildungseinrichtung jedoch gibt es solch ein islamisches Institut nicht. [Der Fragestellende kommt höchstwahrscheinlich aus England, wo es ein großes Angebot an islamischen Schulen gibt].

Selbst in der Tagesordnung des Lehrplanes auf der weiterführenden Schulebene haben wir keine Bücher, welche sich mit den Wissenszweigen befassen, die in den säkularen Instituten erhältlich sind, so wie Politikwissenschaft, Soziologie, Psychologie, Pädagogik. Bitte berate uns, wie wir herangehen sollten, ein islamisches Bildungssystem für unsere Jugend herauszubringen (im Hinterkopf habend, dass es gerade wegen den Immigrationseinschränkungen usw. unmöglich für uns ist in ein arabisches/muslimisches Land auszuwandern). Möge Allah dich belohnen.

 

Antwort:

 

Alles Lob gebührt Allah.

 

Um die Struktur einer muslimischen Familie in den Ländern der Kuffar zu bewahren, benötigt es einer Anzahl von Bedingungen und Forderungen nachzukommen, jeweils innerhalb, sowie außerhalb des Hauses:

 

Innerhalb des Hauses:

 

1. Es ist essentiell für Eltern, die Gewohnheit des regelmäßigen Betens in der Moschee mit den Kindern aufrecht zu erhalten. Sollte es keine Moschee in der Nähe geben, dann müssen sie in der Gemeinschaft (Jama’a) zu Hause beten.

2. Sie sollen den Qur’an lesen und seiner Rezitation täglich zuhören.

3. Sie sollen gemeinsam essen.

4. Sie müssen in der Sprache des Qur’an so viel wie möglich sprechen.

5. Sie müssen die guten Manieren für Familien und für die soziale Umgebung, die vom Herrn der Welten beschrieben wurde, aufrecht erhalten; dies beinhaltet jene, welche in Sura Al–Nur (24) zu finden sind.

6. Sie dürfen selbst oder ihre Kinder keine unmoralischen oder verdorbene Filme anschauen lassen.

7. Ihre Kinder sollen zu Hause schlafen und sollten so viel wie möglich zu Hause bleiben, um sie von den Einflüssen der schlechten Umwelt draußen zu beschützen. Sie sollten sehr strikt beim Verbieten des Schlafens außerhalb des Hauses sein.

8. Sie sollten es vermeiden, die Kinder zu Universitäten weit weg von zu Hause zu schicken, wo sie in Unterkünften der Universitäten bleiben müssten. Ansonsten werden wir unsere Kinder verlieren, welche sich der Gesellschaft der Ungläubigen anpassen/assimilieren werden.

9. Wir müssen aufpassen nur erlaubte (halal) Lebensmittel zu essen und die Eltern müssen alle Arten von verbotenen (haram) Dingen wie Zigaretten, Marijuana oder andere Sachen, welche in Ländern der Ungläubigen leicht erhältlich sind, vermeiden.

 

Außerhalb des Hauses:

 

1. Wir müssen unsere Kinder zu islamischen Schulen vom Kindergarten bis zum Ende der weiterführenden Schule schicken.

2. Ebenso müssen wir sie so viel wie möglich zur Moschee schicken, um Jumu’a zu beten oder andere Gebete in der Gemeinschaft zu verrichten, und um Vorträge zu hören, Unterrichte/Sitzungen (Halaqah) und Studienkreise/Seminare usw.

3. Wir müssen erzieherische und sportliche Aktivitäten für Kinder und Jugendliche an Orten, die von Muslimen überwacht werden, einrichten.

4. Erzieherische Camps organisieren, wo alle Familienmitglieder hingehen können.

5. Väter und Mütter sollen sich bemühen zu den heiligen Orten zu fahren, um die Riten der ’Umrah und die Hajj - Verpflichtungen – in Begleitung der Kinder – durchzuführen.

6. Die Kinder trainieren über den Islam in einer einfachen Sprache zu sprechen, welche Erwachsene und Kinder, Muslime wie Nicht–Muslime verstehen können.

7. Die Kinder trainieren den Qur’an auswendig zu lernen und manche von ihnen, wenn möglich, in ein muslimisches/arabisches Land zu schicken, so dass sie ein Verständnis der Religion bekommen können, dann zurück kommen, um Rufer zur Religion (D’aiyah) zu sein, welche mit dem Wissen des Islam und der Sprache des Qur’an ausgerüstet sind.

8. Einige unserer Söhne trainieren Jumu’a–Reden (Khutba) zu halten und die Muslime im Gebet zu leiten, so dass sie Führer in der muslimischen Gemeinschaft werden.

9. Kinder ermutigen früh zu heiraten, um so ihre religiösen und weltlichen Interessen zu wahren.

10. Wir müssen sie ermutigen muslimische Mädchen zu heiraten, von Familien, die für ihre religiöse Bindung und guten Eigenschaften bekannt sind.

11. Wir müssen vermeiden die Nummer 911 (110) zu gebrauchen und die Polizei nach Hause zu rufen, um Konflikte zu lösen (es sei denn in Fällen wo wir keine andere Wahl haben, wie z.B. in lebensbedrohlichen Situationen etc.). Wenn Konflikte aufkommen, müssen wir mit einem verantwortlichen Mitglied der muslimischen Gemeinschaft in Kontakt treten oder mit weisen Muslimen, um beim Lösen der Konflikte zu helfen.

12. Keine Feiern besuchen, wo Tanzen, Musik und Gesang ist oder an unmoralischen Feiern oder Veranstaltungen der Kuffar teilnehmen. Unsere Kinder mit Weisheit davon abhalten an Sonntagen mit christlichen Studenten in die Kirche zu gehen.

 

Und Allah ist Der Erfolggebende und der Führer zum geraden Weg.

 

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