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Wie der Islam mit Traurigkeit und Sorge umgeht (teil 1 von 4): Der menschliche Zustand

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1019 2015/02/12 2020/07/02

Der durchschnittliche Mensch in der entwickelten Welt kämpft auf einer täglichen Basis mit Traurigkeit und Sorgen.  Während der Hauptteil der Weltbevölkerung mit extremer Armut, Hungersnot, Konflikten und Verzweiflung konfrontiert ist, führen wir Privilegierten ziemlich  einfache Leben und müssen Furcht, Stress und Angst bewältigen.  Warum sind diejenigen von uns, die mit grenzenlosem Reichtum gesegnet sind, in Einsamkeit und Verzweiflung versunken?  Wir leben in einer Zeit der Verwirrung, wir versuchen, was wir können, doch materiellen Besitz zu sammeln, kann nichts dazu beitragen, um gebrochene Herzen und zerschmetterte Seelen zu heilen. 


Mehr denn je in der Geschichte der Menschheit nehmen Stress, Angst und psychologische Probleme einen gewaltigen Tribut an der menschlichen Kondition.  Religiöser Glaube sollte allerdings einen gewissen Trost bieten; es scheint, dass der Mensch im 21. Jahrhundert die Fähigkeit verloren hat, eine Verbindung mit Gott herzustellen.  Das Nachsinnen über die Bedeutung des Lebens überwindet nicht mehr ein Gefühl der Verlassenheit.  Der Wunsch, materiellen Besitz zu erwerben, die in mancher Weise den Grund unseres Daseins bestätigen, sind zu einem Balsam geworden, der unsere gestörte Seele besänftigt.  Warum ist das so?


Für uns ist das beste von allem leicht erreichbar, doch in Wirklichkeit haben wir nichts.  Nichts, das die Seele tröstet.  Wunderschöne Möbel halten in der dunkelsten Nacht nicht deine Hand.  Das neuste Entertainment-Center wischt nicht deine Tränen fort oder glättet deine gerunzelte Stirn.  Diejenigen von uns, die mit Schmerz und Kummer leben, oder die von Schwierigkeiten heimgesucht sind, fühlen sich aufgegeben.  Wir fühlen uns steuerlos auf dem offenen Meer.  Große Wellen drohen uns an einem bestimmten Zeitpunkt zu verschlingen.  Unsere Wünsche und Forderungen stehen an der Spitze und tauchen wie große Racheengel über uns, und wir suchen Trost in Süchten und selbstzerstörerischem Verhalten. 


Wie treten wir vor dem Abgrund zurück?  Im Islam ist die Antwort bemerkenswert einfach.  Wir wenden uns unserem Schöpfer zu.  Gott weiß, was das beste ist für Seine Schöpfung.  Er verfügt über vollständiges Wissen von der menschlichen Psyche.  Er kennt den Schmerz, die Verzweiflung und die Traurigkeit. Gott ist es, nach dem wir im Dunkel flehen.  Wenn wir Gott auf unsere Tagesordnung zurück holen, dann wird der Schmerz abklingen. 


„Wahrlich, im Gedenken Gottes werden die Herzen ruhig." (Quran 13:28)

Der Islam ist keine Religion der leeren Rituale und der heuchlerischen Regeln und Gesetze, auch wenn es so scheinen könnte, wenn wir einfach den Sinn unseres Lebens vergessen.  Wir sind geschaffen worden, um Gott zu dienen, nicht mehr und nicht weniger.  Allerdings hat Gott uns in Seiner unendlichen Gnade und Weisheit in dieser Welt voller Prüfungen und Versuchungen nicht aufgegeben.  Er hat uns mit Waffen ausgestattet.  Diese Waffen sind kräftiger als die großen Armeen des 21 Jahrhunderts.  Gott gab uns den Qur´an und die authentischen Überlieferungen Seines Propheten Muhammad. 


Der Qur´an ist ein Buch der Rechtleitung und die Überlieferungen des Propheten Muhammad erläutern diese Rechtleitung.  Bei der Religion des Islam dreht sich alles darum, eine Verbindung zu Gott aufzubauen und zu halten.  Dies ist es, wie der Islam mit Traurigkeit und Sorgen umgeht.  Wenn die Welle über uns zu krachen droht, oder die Welt beginnt, sich unkontrolliert zu drehen, dann ist Gott ein stabilisierender Faktor.  Der größte Fehler, den ein Gläubiger machen kann, ist, die religiösen und materiellen Aspekte seines oder ihres Lebens zu trennen. 


"Gott hat denen, die glauben und gute Werke tun, verheißen, dass sie Vergebung und großen Lohn erlangen werden. (d.h. das  Paradies)." (Quran 5:9)


Wenn wir voller Ergebenheit akzeptieren, dass wir nichts weiter sind als Diener Gottes, die auf diese Erde gesetzt wurden, um geprüft, getestet und in Versuchung geführt zu werden, dann bekommt das Leben plötzlich eine völlig neue Bedeutung.  Wir erkennen, dass Gott die eine Konstante in unseren Leben ist, und wir erkennen, dass Sein Versprechen wahr ist.  Wenn wir von Sorgen und Traurigkeit überwältigt werden, kommt die Erleichterung, wenn wir uns Gott zuwenden.  Wenn wir unsere Leben nach Seiner Rechtleitung führen, verdienen wir die Mittel und die Fähigkeit, jede Verzweiflung zu überstehen.  Der Prophet Muhammad erklärte, dass alle Angelegenheiten eines Gläubigen gut sind.


Tatsächlich erstaunlich sind die Angelegenheiten des Gläubigen!  Alle sind zu seinem Nutzen. Wenn ihm Erleichterung zuteil wird, dann ist er dankbar, und das ist gut für ihn.  Und wenn er von einer Schwierigkeit heimgesucht wird, harrt er aus, und das ist gut für ihn.[1]


Der Islam hat die Antwort auf alle Probleme, die die Menschheit betreffen.  Er fordert uns auf, über die Notwendigkeit der Selbsterfüllung und weiter über die Notwendigkeit, Besitz zu erwerben, hinwegzusehen.  Der Islam erinnert uns daran, dass dieses Leben nichts weiter ist, als eine vorübergehende Pause auf dem Weg zum ewigen Leben.  Das Leben in dieser Welt ist nichts als ein flüchtiger Moment, manchmal überströmend mit Momenten großer Freude, aber zu anderen Zeiten mit Traurigkeit, Trauer und Verzweiflung.  Dies ist das Wesen des Lebens und dies ist der menschliche Zustand. 


In den folgenden drei Artikeln werden wir die Rechtleitung des Qur´an und der authentischen Überlieferungen des Propheten Muhammad untersuchen, in dem Bemühen, herauszufinden, was der Islam vorschlägt, wie wir mit Traurigkeit und Sorgen umgehen sollen.  Es gibt drei Schlüsselpunkte, die es dem Gläubigen gestatten, sich selbst von den Fesseln des Lebens im 21. Jahrhundert zu befreien.  Es sind Geduld, Dankbarkeit und Gottvertrauen.  Auf arabisch: Sabr, Schukr und Tauwakul.


Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft." (Quran 2:155)


„So gedenkt also Meiner, damit Ich euer gedenke; und seid Mir dankbar und verleugnet Mich nicht." (Quran 2:152)


Wahrlich, wenn Gott euch zum Sieg verhilft, so gibt es keinen, der über euch siegen könnte; wenn Er euch aber im Stich lässt, wer könnte euch da helfen ohne Ihn? Wahrlich, auf Gott (Allein) sollen die Gläubigen vertrauen." (Quran 3:160)



Fußnoten:

[1] Sahieh Muslim

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