Der Glaube an die göttliche Vorherbestimmung

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Das bedeutet, dass man fest daran glaubt, dass Allah (I), der Erhabene, mit Seinem endlosen Wissen über alle Dinge, ihre Existenz, ihre Formen und Eigenschaften Kenntnis hatte, bevor sie existierten bzw. existieren, dann hat Er sie in Wirklichkeit nach Seinem Wissen und Ermessen erschaffen:

(Wir haben alle Dinge nach Maß geschaffen.)  (Qur´an 54:49)


So ist alles, was in diesem Universum vorher geschehen ist, was jetzt geschieht, und was noch geschehen wird, für Allah bekannt, bevor es existiert. Der Prophet sagt darüber:


„Keiner von euch ist wirklich gläubig, bevor er an die Vorherbestimmung, gut oder böse, derart glaubt, dass er erkennt, dass dies ihn nicht verfehlen konnte, was ihn betroffen hat, und dass dies ihn nicht betreffen konnte, was ihn verfehlt hat.“ [1]


   Das steht in keinem Gegensatz dazu, dass man die Voraussetzungen für eine Unternehmung trifft und sich nach ihnen richtet. Wer z.B. Kinder haben will, muss die Voraussetzung treffen, die dazu führen kann, nämlich die Heirat. Dennoch kann dieser Faktor das ersehnte Ergebnis mit sich bringen oder nicht. Denn alles geht nach Gottes Willen. Das wirkende Element ist eben dieser göttliche Entscheid, nicht die Voraussetzungen an sich, die man trifft. Selbst die Voraussetzungen und ihr Erfolg oder Misserfolg sind von Allah vorbestimmt. Deswegen hat der Prophet Muhammad seinen Gefährten folgendermaßen geantwortet, als sie ihn gefragt haben:


“Was sagst du über Arzneimittel und Beschwörungsformeln, denen wir uns zum Heil bedienen, kann so etwas gegen Allahs Vorbestimmung wirken? Da antwortete er: „Diese Mittel sind ein Teil der göttlichen Vorbestimmung.”[2]

   Das Erleiden von Hunger, Durst oder Kälte ist auch ein Teil der göttlichen Vorherbestimmung. Dennoch versuchen die Menschen den Hunger durch Essen, den Durst durch Trinken und die Kälte durch Wärmeschaffen zu verdrängen. Sie versuchen also das, was ihnen an Hunger-, Durst- und Kälteleiden vorgeschrieben wurde, durch das zu bekämpfen, was ihnen an Essen, Trinken und Schaffen von Wärme vorgeschrieben wurde. Sie verdrängen somit die Vorherbestimmung durch die Vorherbestimmung.



[1] Überliefert bei Al-Termedhi. Bd. 4. S. 451. Hadithnr. 2144.

[2] Ahmad, Al-Termedhi, Ibn Madschah.

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