Rechte der Verwandten

 

   Die Rechte der Kinder umfassen folgendes:

- Ihr Leben zu schützen, Interesse für ihre Angelegenheiten und Sorge um sie zu zeigen, ihre Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Wohnung und Kleidung zu decken. Der Prophet sagt:

“Es genügt einem die Sünde, wenn er seine Angehörigen verloren gehen lässt.”[1]

- Man muss sie mit guten Namen benennen, denn der Prophet sagt:

“Ihr werdet am jüngsten Tag mit euren Namen und den Namen eurer Väter gerufen, so wählt euch gute Namen.”[2]

- Man muss ihnen die guten Eigenschaften und hohe Tugend beibringen wie Ehrlichkeit, Schamhaftigkeit, Hochachtung der Älteren, Wahrhaftigkeit, Gehorsam gegenüber den Eltern usw. Man muss sie von den schlechten Eigenschaften wie Lüge, Betrug, Verrat, Diebstahl und Widerspenstigkeit gegenüber den Eltern fernhalten und sie davor warnen. Der Prophet  sagt:

“Behandelt eure Kinder ehrenhaft und gönnt ihnen gute Erziehung.” [3]


- Man muss den Kindern auch gutes Wissen, rechtschaffene Erziehung und gütige Gesellschaft ermöglichen, denn der Gesandte Allahs sagt:

“Ihr alle seid Hirten und ihr alle werdet nach eurer Herde gefragt. Der Herrscher ist ein Hirte und wird nach seiner Herde gefragt, der Mann ist der Hirte seiner Familie und er wird nach seiner Herde gefragt, die Frau ist im Haus ihres Mannes eine Hirtin und sie wird nach ihrer Herde gefragt und der Diener ist im Haus seines Herrn ein Hirte und er wird nach seiner Herde gefragt.”[4]


- Man muss für die Unversehrtheit der eigenen Kinder sorgen. Deswegen darf man ihnen nichts Böses wünschen oder Allah gegen sie anrufen. Der Prophet sagt dazu:

“Ruft Allah gegen euch selbst, gegen eure Kinder, Diener oder gegen euer Vermögen nicht an. Vielleicht trifft eure Verwünschung auf eine Stunde der Erfüllung von Allah, dann macht Er, was ihr an Böses wünscht.”[5]

- Man muss auch zwischen den eigenen Kindern gerecht sein, so dass keines dem anderen beim Beschenken oder in der Zuneigung bevorzugt wird. Alle müssen gnadevoll behandelt werden. Eine Diskriminierung in dieser Hinsicht führt zu Hass, Groll und Feindschaft zwischen den Geschwistern. An-Nu’man Ibn Baschier erzählt uns diesen Vorfall:

„Mein Vater wollte mir etwas von seiner Habe schenken. Da sagte meine Mutter: ‚Ich bin damit nicht zufrieden, bis der Gesandte Allahs dieses Geschenk bewilligt.’ Da begab sich mein Vater zum Propheten und wollte ihn zum Zeugen für dieses Geschenk machen. Der Prophet fragte ihn aber: ‚Hast du dasselbe für all deine Kinder gemacht?’ Mein Vater antwortete: ‚Nein.’ Da sagte der Prophet: ‚Fürchtet Allah beim Umgang mit euren Kindern und seid gerecht zwischen ihnen.’ So nahm mein Vater sein Geschenk zurück.”[6]



[1] Mustadrak. Bd. 4. S. 545. Hadith nr. 8526.

[2] Ibn Hibban. Bd. 13. S. 135. Hadith nr. 5818.

[3] Ibn Madscha. Bd. 2. S. 1211. Hadith nr. 3671.

[4] Buchari. Bd. 2. S. 902. Hadith nr. 2419.

[5] Abu Dawuud. Bd. 2. S. 88. Hadith nr. 1532.

[6] Muslim. Bd. 3. S. 1242. Hadithnr. 1623.

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